FREITAGSSCHOPPEN 

 

Entweder als Absacker oder als Auftakt zu weiteren Genüssen und Abenteuern stelle ich hier am Ende der Woche einen Wein aus meinem Sortiment vor, der unkompliziert und lecker das Wochenende einlötet, Verzeihung, einläutet. Dabei handelt es sich keineswegs um Meditationsweine, denen man stundenlang hinterherstöbert, sondern um Trinkweine mit Substanz, die zwar auch entdeckt, aber in erster Linie mit Lust getrunken werden wollen. Der Preis liegt hier zwischen 6 und 15 Euro, dann können es nämlich auch mal zwei Fläschchen sein. Die Beschreibungen sind natürlich subjektiv, sollen einfach inspirieren, unterhalten und beim Lesen Lust auf ein Glas Wein machen. Professionelle Weinbeschreibung überlasse ich den Profis, die das besser können, ich schildere nur meine persönlichen Eindrücke. Garantieren kann ich allen, dass die besprochenen Weine mir allesamt hervorragend schmecken. Na dann Prost!


Freitagsschoppen am 04.10.2019

Agricola Molino - Piemont 

Barbera d´Alba "Ausario" 2017

17,50  Euro

OK Leute, sorry, die Preislatte ist gefallen, soll aber eine Ausnahme bleiben. Das Stöffchen hier muss in den Freitagsschoppen, soll es meinetwegen ein Feierfreitag sein, oder ein Glücksfläschchen für abergläubische Weintrinker am Freitag den 13. . In vorherigen Schoppen präsentierte ich bereits einige Molino Weine aus dem Sortiment, allesamt tolle, straffe und sehr gute authentische Vertreter der Rebsorte oder der Region. Für piemonteser Verhältnisse haben die Molinos die Preise in einem sehr sehr geldbeutelschonendem Gefüge gestaltet und dabei immer tolle Qualität im Angebot. Der Barbara "Ausario" ist meiner Meinung nach das Sahnestückchen der Gebrüder, ein unglaublich komplexer und eleganter Barbera, der einen tollen Kirsch-und Gewürzduft verströmt. Im Mund passt alles, Säure, Struktur, Geschmack und Abgang, ein Hochgenuss. Mein kritischer Gaumen sucht ja immer gerne nach ebendiesem, aber auch gern nach dem  Haar in der Suppe, hier konnte ich über einen ganzen Abend lang vergeblich suchen, nur genießen. Und wer diesen Wein getrunken hat wird den 17,50 Euro keine Träne nachweinen. Weinestallversprechen!


Freitagsschoppen am 27.09.2019

  Oriol Rossell Penedes Spanien

Beach Rosé 2018

7,90  Euro

Wer jemals einen Cava des Weinguts aus Sant Marcal gekostet hat wird diesen Stil im Beach Rosé wiederkennen. Trocken, schlank, saftig. Dieser Wein ist für "easy drinking" gemacht, das Etikett schick gestaltet und ansprechend auch für jüngere Käuferschichten. Aber der Inhalt unterscheidet sich eben fundamental von vielen gestylten Produkten, hier haben wir Handwerk in neuem Gewand, echter, gut gemachter Rosé, kein Zuckerwasser. Fruchtig, nach Wassermelone und Orangenzeste riecht dieser Wein, ist wie oben schon erwähnt extrem saftig und schlank. Fehlt nur noch das Meer, aber ehrlich, die nackten Füße im aufblasbaren Pool tun´s auch.


Freitagsschoppen am 20.09.2019

Agricola Molino  - Piemont

"Le Querce" - Dolcetto

13,50  Euro

 

Der kleine Süße, der so gar nicht süß ist.  Der Dolcetto ist im Stahltank ausgebaut, unglaublich frisch, straff und saftig. Ein Alltagswein auf allerhöchstem Niveau, rotbeerig, kirschig, nach Mandeln und leicht nach Rosen duftend, mit feinen Tanninen aber ordentlich Druck. Der Mastersommelier Henrik Thoma beschreibt ihn als "Eisbrecher des Weinguts", als "Saftomat", einmal angefangen läuft es und läuft es und läuft es. Da kommen Salami, harter Käse und gutes Brot gerade recht, um den Trinkfluss immer mal wieder zu unterbrechen. Toller Wein.  


Freitagsschoppen am 13.09.2019

Weingut Vollmayer - Hitzigen Baden

Triel Secco 2018

8,50  Euro

 

Die letzten Sonnenstrahlen einfangen, nochmals einen Secco raus, Sommer festhalten. Geht fantastisch mit diesem herrlichen Secco von den schon viel besprochenen Vollmayers. Der Perlwein ist fruchtig, leicht blumig, was man von der Müllerrebe kennt. Es kommt aber noch eine schöne, würzige Komponente mit hinzu, Vulkanboden eben. Außerdem ist der Grundwein nicht süß, was ihn sehr erfrischend macht. Sauber sind sie immer, die Tropfen des Weinguts, also was will man mehr? Da schaue ich mit leichter Wehmut auf die ersten Farbkleckse des kommenden Herbstes und genieße die letzten Reste des dahinziehenden Sommers. Na dann plopp...


Freitagsschoppen am 06.09.2019

Domaine de la Bastide Saint Dominique  - Südrhone

Cotes du Rhone 2018

8,90  Euro

 

Der Kleine. Der Feine. Ein einfacher Cotes du Rhone der sprüht vor Saft und Kraft und Lebendigkeit. Im Betontank ausgebaut duftet das Cuvee aus 60% Grenache und 40% Syrah nach Himbeeren und Cassis, eine wunderbare Kräuterwolke umschwebt zusätzlich den Riechkolben, es ist eine Pracht. Mit diesen Weinen habe ich meine Weintrinkerkarriere gestartet und obwohl ich mittlerweile sehr gerne schlanke und säurehaltige Rotweine trinke, bin ich mit den Weinen des Weinguts immer zufrieden und happy. Sie schaffen es glücklicherweise, die warmen und oft zu üppigen Rhoneweine so auszubauen, dass sie noch eine herrliche Frische mit sich bringen. Der 2018 ist noch ungestüm und besitzt manch Ecke oder Kante, wird sich aber in einem halben Jahr noch wesentlich trinkiger zeigen, mir macht´s jetzt schon Spaß.


Freitagsschoppen am 29.08.2019

Domaine Champ Long  - Südrhone Ventoux

Les Gressanes 2017

11,50 Euro

 

50% Roussane, 50% Grénache blanc, am Anfang sehr verhalten steigert sich dieser Wein von Minute zu Minute hinsichtlich seiner Intensität und seines Buketts.  Über eine feine Holznote gesellen sich kräuterige und gelbfruchtige Aromen, leicht rauchig und immer dezent. Der Wein hat eine ausgeprägte Erdigkeit und gleichzeitig ist er straff und klar. Ein Understatementwein der auf den zweiten Schluck fasziniert und der eine gewisse Zeit braucht, um sich zu entfalten. Wenn jemand die Geduld und die Sensibilität mitbringt, um sich auf den Wein einzulassen, wird er reich beschenkt. Der "Les Gressannes möchte entdeckt werden. Ich habe mich schon mehrmals auf ihn eingelassen - und es nie bereut!


Freitagsschoppen am 23.08.2019

Domaine Champ Long  - Südrhone Ventoux

Tradition 2017

8,20  Euro

Der Einstiegsrote des Weinguts ist eine Cuvee aus 85% Grenache und 15 % Syrah und hier hat man schon alles, was das Weintrinkerherz begehrt. Kirschig, rotbeerig, im Vordergrund eine runde, pralle Frucht, schöne feine Tannine, frisch und würzig.  Der Spätsommer kann jetzt so langsam in den Herbst übergehen, mit diesem Wein kein Problem. Kein Holz beeinflusst den überaus fruchtig himbeerigen Duft und den saftigen Charakter. So passt dieser Wein zur noch spätsommerlichen Wärme eines Grillnachmittags und anschließend hervorragend zur aufziehenden Kühle des Abends.


Freitagsschoppen am 16.08.2019

Domaine Champ Long  - Südrhone

Cuvee Speciale 2017

8,90  Euro

 

Der erste Wein den ich von der Domaine aus Entrechaux am Fuße des Mont Ventoux bespreche. Erstaunlich, denn dieses Weingut zählt zu meinen Topentdeckungen der letzten Jahre. Der junge Winzer Jean-Christophe Gely zaubert herrliche Ventoux Weine in die Flasche, diese Cuvee aus 70% Grenache und 30 % Syrah ist ein wunderbares Beispiel für seine Handwerkskunst. Die selektierten Trauben wurden natürlich von Hand geerntet und zum Teil in Beton und in Holz ausgebaut und später zu diesem wundervoll strukturierten Wein cuveetiert. Der 2016 wirkt noch jung und frisch, nach dem Öffnen braucht er Luft und ein wenig Zeit. Er besitzt eine herrlich kirschrote Farbe, ein  würzig dunkelkirschiges Bukett, er riecht nach Walnuss, altholzig und unter der Feinheit zeigt der Wein eine staubige Rustikalität. im Mund spürt man Saftigkeit, Tannin und einen langen Abgang. Trotz seiner 14,5% ist der Wein nicht dick und fett. Der knochentrockene Ausbau macht ihn zum perfekten Essensbegleiter, natürlich passt dunkles Fleisch, Pilze, Gegrilltes und herzhafte Speisen.  Mühsam, jetzt wieder übers geile Preis - Leistungsverhältnis zu sprechen, aber ich tu´s trotzdem. Ich bin  froh, dass ich diesen Tropfen in meinem Sortiment habe.


Freitagsschoppen am 09.08.2019

Domaine les Pins

Bourgueil 2017

9  Euro

 

Beim letzten Durchschauen der Freitagsschoppen stellte ich überrascht fest, dass ich in der letzten Zeit zum großen Teil deutsche Weine besprochen habe. Keine Frage, ich mag deutsche Weine sehr, aber die Keimzelle meines Weinestalls sind die französischen Gewächse. Deswegen werde ich in den nächsten Wochen  die Weine vorstellen, die mir aus meinem Angebot besonders am Herzen liegen. Und das sind zahlreiche französische. Beginnen möchte ich mit einem außergewöhnlichen reinsortigen Cabernet Franc von der Loire. Ein schlanker, intensiver Rotwein, floralgeprägt mit vielen vegetalen Noten. Flieder, Veilchen, Unterholz, Gras, Tee,  altes Holz, angedeutet teerige Noten. Als Frucht im Hintergrund Cranberries. Im Mund adstringierend und fu..trocken, dabei wärmend und extrem geschmackvoll. Die Tannine hinterlassen noch einen leichten Pelz im Mund, der Wein kann noch gut ein Jahr liegen, ich find´s jetzt schon mega! Ein saftiges Steak oder orientalisches Essen dazu (Falaffel, Köfte, Döner, Tajin...) und der Abend ist dein Freund. Gelegenheitsweintrinker sollten diesem Bourgeuil mindestens sieben bis acht Schlücke geben, dann läuft es auch da.


Freitagsschoppen am 02.08.2019

Weingut Vollmayer-Baden

Spätburgunder 2017

9,20  Euro

 

Dekantiert ruhig, hier geht was! Dieser Wein kann mehr, als er beim ersten Riechen andeutet. Das Erste, was bei mir ankommt, ist Würze. Sojasauce oder  Maggi. Dann Kirschfrucht, Schlehe, alles nicht plakativ, eher erdig und ruhig, konsequent schlank und konzentriert. Schneidet sicherlich durch fettige Speisen wie ein Skalpell. Ein typischer Vollmayerwein, unaufgeregt, ruhig, sauber und pur. Wunderbar. Gewachsen auf Vulkanboden, auf Terrassen zwischen Grün, Kräutern und gesunder Natur, mit Herzblut bewirtschaftet und naturbelassen. Reschpekt. Das beste Beispiel dafür, dass ein komplexer Wein nicht tiefdunkel und  fett sein muss. Ein toller Roter aus Deutschland. 


Freitagsschoppen am 26.07.2019

Weingut Vollmayer-Baden

Dornfelder Kabinett 2015

8,90 Euro

 

Es gibt gewisse AHA-Erlebnisse in vielerlei  Lebensbereichen und eben auch beim Weintrinken. Als ich mich über das Weingut Vollmayer vor mehreren Jahren schlaugemacht hatte, fiel mir bei den Rotweinen dieser Dornfelder auf, der mit 9,5 % Alkohol auf der Liste stand und mir ein müdes, vorurteilsbehaftetes und überhebliches Lächeln auf die Lippen zauberte. Das nächste, echte Lächeln zauberte mir dieser Wein, der mich so wirklich eines besseren belehrte, beim ersten Probieren auf die Lippen. Hier zuckert niemand auf, um den Alkohol nach oben zu treiben. Der Winzer traut seinen Trauben zu, mit niedrigen Alkoholwerten zu überzeugen. So entsteht Jahr für Jahr einer der meiner Meinung nach ungewöhnlichsten und pursten Weine die ich kenne. Die Nase ist vielschichtig, nach Wildbeeren duftend. Obwohl ohne Holz ausgebaut, riecht der Wein extrem würzig, deutet vielerlei Gerüche an, Kaffee, nussige Aromen, im Gaumen extrem saftig und aromatisch. Mannomann, ich spreche von 9,5 % Alkohol. Jedem, dem dies ein müdes  Lächeln auf die Lippen zaubert, na ja, sollte diesen Freitagsschoppen noch einmal lesen und vor allem: Probieren!!!


Freitagsschoppen am 19.07.2019

Weingut Vollmayer-Baden

Müller Thurgau 2017

7,90 Euro

 

Ich bin Vollmayer Fan. Deswegen werden die nächsten drei Freitagsschoppen echte Vollmayerschoppen. Ich mag das Pure und das Reine in den Weinen des Hegauweinguts, das Subtile und das Saubere. Den Müller Thurgau gibt es trocken ausgebaut und in halbtrockener Variante. Zweiteren habe ich im Glas, subtilfruchtig, Süße und Säure wunderbar ausbalanciert, frisch und leicht. Im Abgang leicht würzig , apfelig mit gelben Steinobstnoten, mit 11% herrlich luftig. Ein Genuss.


Freitagsschoppen am 12.07.2019

Weingut Klumpp

Cuvee No.1    2017

9,50 Euro

 

Der Aufstieg des Weingut Klumpp hat schon etwas Unheimliches. Angefangen als kleiner Betrieb, hat Klumpp Senior 1982 das Gut vom Hobbyweingut zum Vollzeitbetrieb transformiert. Seit dem Einstieg seiner beiden Söhne Andreas und Markus geht's noch schneller nach oben. Mittlerweile kein Geheimtipp mehr, haben sich die Bruchsaler längst an die Spitze der badischen Winzerszene gekeltert und streben dies nun für die deutsche Weinszene an. Ein Grund dafür ist die seit Jahren ausgezeichnete Qualität der gesamten Kollektion und auch die typische Klumppsche Handschrift, die man eindrucksvoll in den Weinen wiedererkennen kann. Immer frisch, schlank und intensiv, mit Tiefe und Mineralität, tolle Weine schon im Gutsweinbereich, noch beeindruckender die Lagenweine. Das Cuvee No.1 ist ein Klassiker, aus drei verschiedenen Rebsorten (Lemberger, Cabernet Sauvignon, St.Lauernt) hergestellt. Ein frisches, kräuterwürziges und dunkelbeeriges Bukett, intensiv und duftend, strömt aus dem Glas. Noten von Holz, Tabak und Schwarztee (vom Fassausbau kommend) gesellen sich dazu, im Mund die typisch kernige und klare Stilistik. Dem Wein tut Luft gut, die anfänglich noch etwas nebeneinander stehenden Aromen wirken nach etwas Belüften sehr viel eingebundener und harmonischer. Ein toller Wein.   


Freitagsschoppen am 05.07.2019

Weingut Plag

Pinot blanc Secco 2018

6,50 Euro

 

Schon wieder Plag. Schon wieder heiß. 32 Grad Celsius. Ich sitz im Schatten, schnüffle am Secco. Weiße Blüten, schöne Frucht, im Mund saftig, würzig,  präsent, lecker und erfrischend. Sauber gemachter Perlwein kann doch eine Wonne sein. Ich brauche sie nicht, die Aldiwässerchen, pseudo Prosetscho und was es sonst noch alles Grausiges gibt. Ein aufgeperlter, schön nachhaltig hergestellter Grundwein eines Winzers, der sein Handwerk versteht, das lasse ich mir gerne an so manch heißem Tag die erhitzte Kehle runterrinnen. Kostet zwei, drei Euro mehr als die Zuckerwässerchen der Großkonzerne, macht aber soviel mehr Spaß! Deswegen schon wieder Plag! 


Freitagsschoppen am 28.06.2019

Weingut Ellermann-Spiegel - Pfalz

Windrosé Gutswein 2018

6,80 Euro

 

 

Herrliche Lachsfarbe ins Pink tendierend,   riecht herrlich frisch nach Erdbeeren, Himbeeren und Hagebutte, versteckt nach Minze. Minimales Restsüßeschwänzchen, ansonsten saftig und ausgewogen, schön kalt muss der auf den Tisch, bei Sonne und einer leichten Meeresbrise ( See tut es auch - notfalls Pool ), umgeben von Grillgut und netten Menschen. Das Ganze kommt als Gutswein in die Flasche für knapp sieben Euro? Im letzten Freitagsschoppen staunte ich über die Qualitäten der Südtiroler Genossenschaften. Ellermann war noch vor 10 Jahren Fassweinhersteller, besitzt ca. 40 Hektar und steigt mit dem Einstieg von Frank Spiegel qualitativ jedes Jahr eine Stufe nach oben. Die Weinberge sind da, und wo früher  Fasswein produziert wurde, setzt man jetzt auf Qualitätsweinbau, was durch perfektes Weinbergsmanagement tatsächlich funktioniert. Hut ab, die Masse in Klasse zu transformieren ist schon eine tolle Leistung. Und Anspruch des Weinguts scheint es auch zu sein, die Preise moderat zu halten. Muss ich gar nicht nach Südtirol schauen - soooorry!


Freitagsschoppen am 21.06.2019

 Cantina Tramin Südtirol

Selida Gewürztraminer 2018

10,40 Euro

 

Seit 20 Jahren entwickeln sich die Genossenschaften in Südtirol von Jahr zu Jahr hinsichtlich der Qualität, und was die meisten der großen Player mittlerweile in die Flaschen füllen, ist schon erstaunlich. Tropfen unter 8 Euro sucht man deshalb meist vergeblich. Präzision, Hingabe, Vertrauen und Kreativität schreibt sich die Südtiroler Winzergenossenschaft Tramin, die von ca. 300 Winzern beliefert wird, auf ihre Fahnen. Der Gewürztraminer "Selida" (kleines Gehöft) wurde trocken ausgebaut, hat eine klare strohgelbe Farbe und einen  betörenden Rosenduft mit schönen tropischen Noten. Gleichzeitig bringt er nussige und schöne würzige Noten mit, wie bei einer guten Fleischbrühe. Die 14% aus dem heißen Jahrgang 2018 merkt man, der Wein besitzt eine angenehme Wärme, schmeckt aber nicht spritig. Er besitzt eine angenehme Säure und durch den trockenen Ausbau fehlt ihm jegliche Dekadenz und Üppigkeit, die manche Bukettweine erschlagen. Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich mir wünschen, dass unsere deutschen Genossenschaften so akribisch qualitätsorientiert arbeiteten - oder vielleicht würde ich mir auch einfach noch ein Gläschen Selida wünschen - ist erfolgsversprechender. 


Freitagsschoppen am 14.06.2019

 Weingut Plag - Kürnbach Baden

Riesling Premium 2017

7,50 Euro

 

Phillip Plag schätze ich seit jeher für seine leckeren und feinen Rotweine, aber auch seine weißen Tropfen sind aller Ehren Wert. Dieser Riesling hat eine wunderbar frische Pfirsich- und Zitrusnase mit der typischen Rieslingnote. Im Mund saftig explodierende Frische, präsente aber angenehme Säure, extrem ausgewogen und schlicht lecker. Hier trifft der überstrapazierte Begriff "Trinkfluss" mal wirklich zu. Gleichzeitig bringt der Wein eine feine Mineralität mit, was  sicherlich an den hochwertigen, auf Muschelkalkböden gewachsenen Trauben liegt.  Von Glas zu Glas bewundere ich die Kunst, so einen Tropfen für 7,50 Euro in die Flasche zu füllen. Was bleibt ist Schmatz, schmatz, schmatz...


Freitagsschoppen am 07.06.2019

 Vignobles Arbeau -  Cotes du Fronton

On l´appelle negrette 2015

10,90 Euro

Hoppla - die erste Nase ist intensiv, extrem würzig, etwas teerig, nach Zwetschgen und Veilchen duftend. Und der erste Schluck ist herb, unverfälscht und pur. Kein Liebchen, ein saftig frischer Trinkwein aus der selten reinsortig ausgebauten Negrette Traube, unfiltriert und echt. Perfekt zu deftigen Wurst-  und Käseplatten, leicht gekühlt ein Hochgenuss. Das Schöne daran ist - auch ein Anspruch des Freitagsschoppens - dass man sich vertiefen kann in dieses Stöffchen: Gewürze, Curry, fleischig saftige Noten  und ganz viel Mineralität - alles drin. Für diese Qualität ein echtes Schnäppchen.  

"Et ici, chez elle, a Toulouse, on l ´appelle negrette". 

"Et ici, chez nous a Weingarten, on l´appelle saulecker."


Freitagsschoppen am 31.05.2109

Agricola Molino Piemont-Italien

DOCG Barbera d´Asti Loreto 2018

13,90 Euro

 

Es gibt ja hierzulande die leidige Mär der Piemont Kirsche , die in mancher deutschen Schnapspraline ihr zwielichtiges Eigenleben führt. Wie neidisch wäre "mein Schatz" auf diesen Duft und diesen Geschmack. In der Nase feinkirschig und leicht schokoladig, im Mund samtig, fein, lecker und ausgewogen. Hier zeigt die Barbara Traube ihr Potenzial, im Stahltank ausgebaut, weit weg von den überholzten Barriquemonstern. Feinheit und Frische statt Brutalität und Maskerade.  Ein Hochgenuss, findet mein echter Schatz im Übrigen auch, und Frauen haben ja im Allgemeinen - und in diesem Fall besonders - immer recht.


Freitagsschoppen am 24.05.2019

Agricola Molino - Piemont Italien

Selvaggia 2018 DOC Piemonte Rosso

13,50 Euro

 

Zugegeben, jetzt reißen wir fast die finanzielle Obergrenze des Schoppens, aber bei diesem Wein ist meine weit größere Sorge: Wo um Gottes Willen sind die Salami, die Antipasti - und der Käse? Herb, saftig, klar, kantig, intensiv ist er. Nur nicht schwer und plump. Eine Schönheit auf den zweiten Schluck. In Höchstform leicht gekühlt (12-14 Grad) mit Wurst und Käse bringt der Nebbiolo die elegante Sprödheit und Strenge und der Barbara die Säure und Frische. Wer noch zweifelt schaut sich nach der ersten Flasche das Etikett an, legt mit einem wohligen Grinsen dann garantiert das zweite  Flascherl nach und erfreut sich am Hochgenuss. "Selvaggia" bedeutet wild,  es liegt an uns, das Biest zu zähmen;)!!!


Freitagsschoppen am 17.05.2019

Agricola Molino - Piemont Italien

DOC Arneis Sibilla 2018

11,90 Euro

Meine ersten Händlerweine darf ich in den nächsten drei Freitagsschoppen vorstellen. Vom renommierten Hamburger Mastersommelier und passionierten Weinhändler Hendrik Thoma beziehe ich nun diese italienischen Weine aus dem Piemont, da ich noch ein paar italienische Tröpfchen ins Sortiment aufnehmen wollte. Bei Hendrik Thoma bin ich schon seit Jahren Privatkunde und schätze seine Weine außerordentlich, die er im Internet unter "Wein am Limit" vermarktet.  Dieser Arneis von den Gebrüdern Molino gekeltert duftet herrlich frisch und fruchtig nach Birne, Zitrus und leicht nach Ananas. Die piemonteser Rebsorte wäre beinahe ausgestorben, zähmte früher so manchen Barolo und wurde in den 90ern von Topwinzern wiederentdeckt. Seit 1991arbeiten die  drei Brüdern Tommaso, Franco und Dario auf ihrem vom Vater erworbenen Weingut und so lassen sie Jahr für Jahr diesen herrlich duftigen und säuremilden Wein entstehen. Serviert in einem großen Glas (Burgunder) entfaltet er sich und zeigt was er kann, ein Freitagsschoppen mit Anspruch und Eleganz. Danke Hendrik!  


Freitagsschoppen am 10.05.2019

Weingut Vollmayer - Baden

Bacchus 2018 feinherb

8,50 Euro

 

Ehrlich gesagt hätte ich auch nicht gedacht, dass ich so schnell einen feinherben, also fast halbtrockenen Weißwein hier bespreche, aber nachdem ich die Tropfen der Vollmayers probiert hatte wurde es Zeit. Im höchsten Weinberg  Deutschlands gewachsen mit Blick auf den Hohentwiel wird aus diesen Bacchustrauben ein ungemein fruchtig frischer Weißwein gekeltert - natürlich biologisch. Wer einmal an einem sonnigen Frühlingstag durch die Weinberge der Vollmayers spazierte, staunte sicherlich nicht schlecht über die Käferchen, Bienen, Kräuter und Blumen, die man unterwegs zu Gesicht bekam. Der Bacchus duftet eher exotisch nach kandierter Ananas und kräuterig dazu und ungemein sauber und frisch liegt er im Glas. Beim Trinken kommt zu einer angenehmen Süße, die zu der üppigen Frucht gut passt, eine erfrischende Säure dazu. Und irgendwie sind die Vollmayerweine so bekömmlich, dass man gerne mal ein Glas mehr trinkt.  Ach, da könnte ich selbst zum Bacchus werden!


Freitagsschoppen am 03.05.2019

Domaine de la bastide Saint Dominique

IGP mediterranee Roussanne 2016

6,50 Euro

 

Der weiße Gutswein ist ein reinsortiger Roussanne, der sich schön strohgelb im Glas präsentiert. In der Nase reifer, gelber Apfel und leichte Ananastöne, nussige Aromen, ausgewogen und ansprechend. Im Mund schön sanft mit einer angenehmen weichen Säure, gut für Menschen mit Sodbrennen, die den Riesling meiden müssen. Ein herrlicher Wein zu Gemüse und Fisch, aber auch zu Pasta und Pizza  und zu allen Antipasti Gerichten passt er auch hervorragend. Und zum Sommer. Seufz. Schluck. Lach.


Freitagsschoppen am 26.04.2019

Weingut Plag

Lemberger Premium 2016

8,20 Euro

Ach wie langweilt mich das Rotweinbashing der deutschen Rotweine von denen die´s besser wissen. Klar trinke ich auch gerne die würzig-kräftigen Geschosse unserer südlichen Nachbarn, aber kategorisch die deutschen Roten abzulehnen ist albern. Vor allem verwehrt man sich Genüsse wie den Lemberger vom Weingut Plag aus Kürnbach. Die Premiumlinie ist die zweite der vierstufigen Qualitätspyramide des Weinguts. Vor 6 Jahren übernahm Philipp Plag die Leitung des Weinguts und er hat seitdem ordentlich an der Qualitätsschraube gedreht. Das fiel auch den Weinkritikern auf. Gerd Eichelmann bewertete das Weingut 2018 mit 3,5 Sternen, somit zählt das Weingut zu den Topweingütern im Kraichgau. Das passt zu diesem Top Wein:

Elegant, fein, kirschfruchtig mit der typischen Kräuterwürze die gute Lemberger so gerne besitzen. (Das hier ist ein Guter!!!) . Dazu eine Frische und Saftigkeit die nach mehr verlangt. Nach mehr Wein, nach mehr Essen, nach mehr Genuss, nach mehr Liebe, nach mehr - jetzt wird's albern, so albern wie das Rotweinbashing.


Freitagsschoppen am 19.04.2019

Domaine de la Bastide Saint Dominique

Cotes du Rhone villages 2017

9,50 Euro

Über die Weine der Familie Bonnet aus Courthezon neben Châteauneuf du Pape gelegen habe ich schon geschrieben, dies hier ist mein Lieblingswein des Weinguts. Die Cuvee aus Grenache, Carignan, Syrah und Mourvedre ist ein Rhonewein, der die Quadratur des Kreises schafft. Er kombiniert die Wärme und Würze der Region mit einer schönen Frische, die den Wein trotz 14,5% nicht schwer, dick und wuchtig macht. Die gekochten Früchte in der Nase sind nicht verkocht, kein Holz "stört" die warmen Fruchtnoten und die Kräuterwürze, die dieser Wein so schön präsentiert. Für mich ist das Südrhone pur, intensiv und würzig. Warum sich vor dem berühmten Nachbarn verstecken? 


Freitagsschoppen am 12.04.2019

Oriol Rossell Penedes Katalonien

Xino Xano negre 2017

5,50 Euro

Das Weingut Oriol Rossell ist bekannt für feine Cavas, die ich bei Gelegenheit hier vorstellen werde. Die Familie produziert auf ihrem Weingut auch verschiedene Weine, und hier haben wir ihren Gutswein,  den es in rot, weiß und rosé gibt. Xino Xano bedeutet  gemächlich Schritt für Schritt vorankommen, no koin Stress! Ein Tageswein par excellence, unkompliziert aber nicht langweilig, nicht zu schwer aber nicht dünn, mit feiner dunkler Beerenfrucht und leichter Holznote,  das alles handgelesen in kleinen 20 Kilokisten und biologisch angebaut. Nicht umsonst zeigt sich die Familie in Scherenschnitt auf dem Etikett, selbst der einfache Wein wird mit aller Sorgfalt und Liebe bereitet. 


Freitagsschoppen am 05.04.2019

Reseve de la bastide Saint Dominique

Rose Centrifolia IGP Mediteranne 2018

6,50 Euro

 

Freunde, jetzt kann der Sommer kommen. Der Rose hat schon eine fast quitschige Nase, extrem fruchtig, Pflaume, Sauerkirsche und Blutorange, durch die Kaltvergärung eine leichte Eisbonbonnote die noch erträglich ist. Saftig geht es weiter im Mund, hier zeigt dieser einfache Rose, wie erfrischend er sein kann. Die feine präsente Säure lässt einen schmatzend zurück, wartend auf das Gegrillte das da hoffentlich bald kommen mag, in der Zwischenzeit das nächste Gläschen, wartend auf das Gegrillte, dass da kommen mag, und noch ein Gläschen, wartend....


 

Freitagsschoppen am 29.03.2019

Society Agricola Bulichella,

Tuscanio 2016

Vermentino Costa Toscana

11,50 Euro

Achtung Gelegenheitsweintrinker, hier kommt eine Herausforderung! Kein birnig fruchtiger Grauburgunder, kein zugänglicher Lugana, nein, ein frecher, aufdringlicher und intensiver Vermentino. Schon die erste Nase schockt: Harzig, herb, Limettenschale, feuersteinig, heller Tabak, Schwarztee, alles drin. Hier ist kein fruchtiger Wein im Glas, aber eine Aromenfülle, die keine Frucht braucht strömt einem entgegen. Im Mund ungemein frisch, grasig und saftig, immer noch herb und eigen, aber herrlich anders und derb. Eine wunderbare Abwechslung zu den fruchtig süßen Mainstreamweinen, hier tobt der toskanische Bär, aber nicht der Gummibär. Dazu Gemüse, Fisch oder weißes Fleisch!


Freitagsschoppen am 22.03.2019

Chateau  du Claouset

AOC  Bordeaux supérieur 2016

8,50 Euro

 

Frischbeerig kirschig würziger Duft mit feinen Holz- und leichten Raucharomen, leicht vegetabile, nach Laub duftende Nuancen, straff mit gutem Säurezug und schönem kräftigem Tannin, wie immer saftig und lecker, schreit nach einem Stück Käse oder einem gebratenen Stück Fleisch. Kann man noch gut 5-6 Jahre lagern, aber glücklicherweise schmeckt der Wein jetzt schon prächtig. Die Brüder Laurent und David Siozard produzieren mittlerweile auf drei Chateaux,  Claouset ist ihr Brot und Butter Weingut auf dem die Gutsweine entstehen und das schon seit 1830 von der Familie bewirtschaftet wird. Es liegt in Entre deux mer 5 km neben den Weinbergen der berühmten Ortschaft St.Emilion. Das Cuvee aus 90%Merlot und 10% Cabernet Sauvignon stammt von 5 Hektar tonig - kalkigem Boden, dieser wird sanft bewirtschaftet nach der terra vitis Methode, damit die Insekten auch etwas davon haben. So lebhaft wie der Weinberg ist auch dieser Wein - herrlich.


Freitagsschoppen am 30.11.2018

La Bastide Saint Dominique IGP Mediterannee

Syrah-Merlot 2017

7,50 Euro

 

Die Weine der Familie Bonnet aus Courthezon an der südlichen Rhone begleiten mich schon viele Jahre, die Qualitäten der Rhone-, Rhone Villages- und Châteauneuf du Pape Gewächse sind schon immer außergewöhnlich und diese gehören zum ganz festen Bestand des Weinestallsortiments.  In den letzten drei Jahren wurde die Qualität insgesamt noch einmal deutlich verbessert, und als ich im Sommer die Weine im Weingut verkosten durfte, war ich sehr überrascht über das Niveau der mir noch unbekannten Weine des Einstiegsbereichs. Das Weingut bietet quasi vier "Gutsweine" an, einen weißen Rousanne, einen Rose, einen Grenache vielles vignes und diesen Syrah - Merlot. Obwohl ein IGP Mediterannee, dessen Einzugsgebiet ja doch recht groß sein kann, hat der Wein einen ganz südrhonetypischen Charakter: Eine extrem würzige, Bouquet garni kräuterige Nase, vom Merlot die Pflaume und etwas Süße und vom Syrah die würzige, fleischige Seite, fruchtig, komplex, mundfüllend, dabei nicht breit und schwer sondern durchgegoren, trocken und - wie alle Freitagsschoppen - unkompliziert und extrem süffig. Ein Biowein, über den Preis verlier ich kein Wort, feier gemeinsam mit einem Lämmlein vom Grill diese Entdeckung. Etwas makaber aber deliziös - und auch die anderen drei Schätzchen warten auf den baldigen Plopp im Freitagsschoppen! Außerdem ein schickes Etikett und eine noch schickere Homepage.


Freitagsschoppen am 23.11.2018

Domaine de Rabelais, Touraine Sauvignon 2017

Domaine de Rabelais, Touraine Gamay 2017

je um die 5 Euro

 

Oh Mann, eigentlich wollte ich ja beim Freitagsschoppen immer eine Flasche anpreisen, aber hier hat es mich echt gepackt. Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erleben, so erging es mir im Sommer bei unserer Frankreichreise. Auf dem letzten Campingplatz an der Loire wurde mir zum Essen ein so leckerer, frischer und saftiger Wein serviert (zum Burger), dass ich mich gleich aufmachte, das im Nachbarort ansässige Weingut zu besuchen. Ich wurde freundlichst empfangen von der jungen sympathischen Marina Chollet und ihrem Mann Cedric , die das 20 Hektar Familienweingut wieder in 4. Generation bewirtschaften, gelegen in der gänzlich unbekannten AOC Touraine Mesland, in der Miniortschaft Ozaine.  Hier bekam ich frische, saftige vin de soif, also Saufweine ins Glas, von denen diese beiden meine Favoriten sind. Ein fruchtiger, säurefrischer Sauvignon Blanc mit Pfirsichnoten und weißen Blüten und einer wunderbar erfrischenden Leichtigkeit, den ich als Daueraperitif im Urlaub und auch hier etablierte (extrem geil auch mit Eiswürfel und einem Schuss Grapefruitsirup) und der Rote, ein Gamay, ebenso frisch und herrlich unkompliziert zu trinken. Auf eine etwas herbe, kräuterig rotbeerige Nase folgt ein vollmundiger, rotfruchtiger und - auch wenn ich mich wiederhole- extrem saftiger erfrischender Wein. Ich sage euch: Als Aperitif der Sauvignon, dann gekühlter Gamay mit einem Kräuterbrathuhn aus der Röhre. Zum Niederknien.

Ganz ehrlich, Familienweine für um die 5 Euro die Flasche!? Discounter ade!


Freitagsschoppen am 17.05.2018

Chateau le barry

Bordeaux Supérieur 2016

6,50 Euro

 

Ach wie herrlich, dieser Bordeaux. Er stammt auch aus dem "Petit Paradies" der Familie Jacqueline und Claude Brieux,  ihrem kleinen Stückchen Land, welches sie vor nun knapp 30 Jahren zu ihrem eigentlichen Weingut Chateau Milland Montlabert in St. Emilion dazugekauft hatten.  Saint Genes de Fronsacs liegt ca. 35km nordöstlich von Bordeaux und auf ton- und kalkhaltigem Boden werden die Trauben für diese Cuvee angebaut und von Hand geerntet. Es besteht aus 80% Merlot und je 10% Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.  Daraus entsteht ein ungemein frischer, nach roten und dunklen Beeren duftender Wein, der als würziger und gehaltvoller Abendwein eine Menge Freude macht. Zum Vespern oder zum Grillen ideal. Paradiesischer wird es einem nur noch ums Herz, wenn man den fairen Preis für dieses handwerklich gekonnt gemachte Schlückchen Frankreich sieht: Jacqueline und Claude verkaufen ihren Chateau le Barry für 6,50 Euro an den Endverbraucher!!! Da kannste den Discounter zu machen, den brauchen wir nicht mehr. Ätsch.  


Freitagsschoppen am 15.04.2018

Esquisse

Jaqcues Rouze, Reuilly

Pinot noir 2015

9,30 Euro

 

Pinot noir aus dem Burgund ist ein etwas schwieriges Thema, keine Chance hierbei  brauch- beziehungsweise bezahlbare Tröpfchen für den einfachen freitaglichen Weingenuss zu finden. Vielversprechender sieht es allerdings etwas nördlicher aus, in der kleinen AO Reuilly. Diese zählt zur Region  Touraine die zum großen Gebiet der Loire gerechnet wird. Hier befindet sich das Weingut des 150 kg Winzers Jacques Rouze. Der Schwerpunkt seiner Produktion liegt auf frischen, feinen und fruchtigen Sauvignons blancs, typisch für die Region. Seine Rotweine - allen voran der im Eichenfass ausgebaute Esquisse- sind allerdings auch zu beachten. Dieser riesige und mächtige Winzer schafft es, extrem filigrane und feine Weine zu keltern, und so präsentiert sich auch dieser Pinot . "Esquisse" heißt Andeutung, Skizze, und in der Nase habe ich verspielte, feine, angedeutete Nuancen von hellen Kirschen, durchwoben von Gewürzwölkchen (Wacholder, Pfeffer), alles präsentiert sich ungemein luftig und ätherisch, dazu duftig und frisch. Auch das Holz im Bukett ist skizziert , nicht überpräsent, trägt einen Hauch Vanille bei. Der Wein  schmeckt elegant, schlank und hat ein  präsentes und präzises Säuregerüst. Ein fantastischer Abendwein- toll zum Vespern mit Wurst, Käse und lecker Brot, auch zu Schmorgerichten. Wochenende.


Freitagsschoppen  am 15.03.2018

Weingut Eymann

Alter Satz 2017

7,50 Euro

 

Dieser Alte Satz vom biodynamischen Betrieb aus Gönnheim in der Pfalz wurde gekeltert aus den drei Traubensorten Riesling, Silvaner und Gewürztraminer. Die Eymanns haben die uralte Tradition des Alten bzw. Gemischten Satzes wieder aufleben lassen. Die Reben stehen zusammen in einer Parzelle wild durcheinander und werden zusammen gelesen und gekeltert. Das vermindert das Risiko für diverse Krankheiten und gleicht den Reifegrad aus. Alles wird von Hand gelesen, spontan im großen Holzfass vergoren. Daraus entsteht eine ungemein süffige Cuvee, mit Zitrusaromen, einem Hauch tropischen Früchten und etwas gelben Kernobst. Der Wein riecht sehr würzig, ein Touch Sojasauce ist auch wahrnehmbar. Im Mund dann die typische Eymannstilistik: Saftig, ungemein frisch, mit gutem Säuregripp und spürbar salziger Mineralik. Für einen Gutswein eine tolle Qualität, der Preis von 7,50 Euro unglaublich menschenfreundlich - Danke für dieses Tröpfchen.

Essen: Sehr kompatibel, geht gut mit Schwein, auch zu Gemüsegerichtenh toll.


Freitagschoppen am 15.04.2017

Domaine Bel Avenir 2015

Regnie Beaujolais

8,50 Euro

 

Liberte, egalite, Beaujolais!!!

 

Beaujolais kenne ich von früher, als günstigen Lunkwein, dünn, süßlich, süffig, Kopfweh.

Der Regnié der Domaine Bel Avenir zeigt sich im ersten Moment verschlossen, etwas säuerliche Noten kommen aus dem Glas. Nach und nach erscheinen Sauerkirschnoten, ätherische Akzente, Leder, zusätzlich leicht bananige Töne, die oft in reinsortigen Gamays zu finden sind. Im Laufe der Zeit gesellt sich noch eine leichte Graphitnote hinzu. Insgesamt ist sein Duft recht verhalten , fast schüchtern. Im Mund setzt sich die frische Säure durch, saftig ist er und appetitanregend. Auch die Graphitnoten habe ich im Mund (wie an einer Bleistiftmine gelutscht). Dieser Wein ist recht einfach, aber saftig, passt sicher hervorragend zu einem saftigen Stück kurzgebratenem Rind oder Schwein. Für 8 Euro zu empfehlen, als Essensbegleiter top.